St. Agnes und die Wheal Coates – Cornwall #17

Im Land der Zinnminen

Spätestens nach dem Lesen der Bücher „Poldark“ wollte ich zu den Zinnminen Cornwalls.
Wie das im 18ten Jahrhundert ausgesehen haben muss, kann man noch immer in diesem zerklüfteten Landstrich sehen.
Beim Wandern auf dem Küstentrail kommt man immer wieder an Löchern und Abraumhalden vorbei, Zeugen der harten Arbeit von Jahrhunderten. Unter der Oberfläche ziehen sich überall im Land die Stollen, die manchmal in Höhlen am Steilhang enden.

Im 18. Jahrhundert war der Job in den Zinnminen Cornwalls eine gnadenlose Arbeit und und von vielen Gefahren geprägt. Die Bergleute führten den Zinnabbau hauptsächlich mit Spitzhake und Schaufel aus, per Hand, mit dem Pony, mit der Lore – mühsam kam das Gestein an die Oberfläche.

Ein erhebliches Problem war das Grundwasser, da viele Zinnadern unterhalb des Wasserspiegels lagen. Um die Gruben trocken zu halten, kamen Wasserpumpen zum Einsatz. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurden vermehrt Dampfmaschinen eingesetzt, um das Wasser aus den Minen zu pumpen.
Verhüttet wurde meist direkt vor Ort, Hohe Schlote zeugen noch heute von den vielen Bergwerken.


 

Bergleute lebten oft in engen Gemeinschaften in der Nähe der Minen, die sich um den Bergbau als Lebensgrundlage bildeten. Und so wuchsen kleine Ortschaften um die großen Minen. Trotz der Schwierigkeiten war der Bergbau ein entscheidender Wirtschaftszweig, der die lokale Wirtschaft prägte und die Lebensgrundlage für viele Menschen in der Region bildete. Der Bergbau formte nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch die sozialen Strukturen und Gemeinschaften der Bergarbeiter im 18. Jahrhundert in Cornwall und das wirkt bis heute nach!

Campingplatz

Wir finden Platz auf einem der zwei über St. Agnes liegenden Campingplätzen.

Aufpassen, die Lage des näher St. Agnes liegenden Campingplatzes ist schöner, wir standen, ohne es zu ahnen, an der Rezeption des anderen Campingplatzes.
Bekamen einen Platz ohne Ausblick – was sich am Ende als Glücksfall herausstellte.

Mit tollem Fernblick, auf einer riesigen Wiese – das ist zwar toll, aber man steht auch mit voller Breitseite im Wind. Und damit wird es auch tagsüber schnell kalt.

Unser Platz hingegen war windgeschützt und so konnten wir in der Sonne sitzen und richtig heiße Tage in Cornwall genießen.
Der Platz kostete 30 Pfund, sehr großzügige Parzellen und eine sehr nette Crew.
Buchung am besten Online.

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St Agnes

Zwischen zarten Hügel, direkt an den Klippen, liegt die malerische Gemeinde St. Agnes. Der Name der Stadt leitet sich von der Heiligen Agnes ab, einer christlichen Märtyrerin aus dem 3. Jahrhundert. 

Die Geschichte von St. Agnes ist eng mit dem Bergbau verknüpft, insbesondere dem Zinnbergbau, der im 19. Jahrhundert zu einer bedeutenden Industrie in der Region wurde. Die Hinterlassenschaften dieser Ära sind noch heute sichtbar, von den alten Minenstollen bis zu den historischen Gebäuden, die das Stadtbild prägen.

Eine Ikone vergangener Tage ist die St. Agnes Parish Church, ein imposantes Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das über die Stadt wacht. Ebenso beeindruckend ist das Old Post Office, ein gut erhaltenes Beispiel für die traditionellen Cornish Cottages des 17. Jahrhunderts.
Dazu viele kleine Läden, mit Nippes und ein Gemischtwarenladen, wie man ihn eher im Museum erwartet.

Doch St. Agnes ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit. Die Stadt liegt an der North Cornwall Heritage Coast, einer Küstenlandschaft mit dramatischen Klippen und versteckten Buchten und bei Surfen beliebten Stränden.
Trevaunance Cove, mit seinem goldenen Sand und den Möglichkeiten zum Surfen, ist ein Magnet für Wassersportliebhaber. Ebenso faszinierend ist Chapel Porth Beach, bekannt für seine atemberaubende Kulisse und die berühmten ‚Hedgehogs‘, eine lokale Süßigkeit.

Wanderer finden im South West Coast Path einen Weg, der durch diese atemberaubende Landschaft führt und spektakuläre Ausblicke auf den Atlantik bietet. Kunstliebhaber können die lebendige Gemeinschaft von Künstlern und Handwerkern erkunden, die ihre Werke in örtlichen Galerien und Handwerksläden präsentieren.
Und dann gibt es noch eine kleine Bäckerei, die die leckersten Pasties backt. Die Besitzerin erzählt uns stolz, dass sie für ihr Leben gern backt und in jedem Pasty viel Liebe steckt. Und das merkt man.

St. Agnes feiert auch das Leben mit verschiedenen Festivals und Veranstaltungen im Laufe des Jahres. Musik, Kunst und lokale Feierlichkeiten verleihen der Stadt eine lebendige Atmosphäre.

In den windgepeitschten Hügeln von Cornwall bleibt St. Agnes ein wahrhaft bezaubernder Ort für Entdecker und Träumer.

Urlaub

Wir verbringen herrliche Tage in St. Agnes. Dank eBike schaffen wir alle Strecken mit dem Fahrrad – die Hügel sind überraschend Steil und wir wollen gar nicht darüber nachdenken, hier ohne E unterwegs zu sein.
Die Strände sind gut besucht, vor den Pubs sitzen die Leute in der Sonne – es ist Sommer und alle genießen es.
Erstaunlicherweise haben wir seit Wochen nur Sonne, keinen Regen. Schön für uns Touristen, die Einheimischen sind eher erschüttert, sehnen Regen herbei. Lange Perioden ohne Regen sind sie nicht gewohnt und finden das Wetter ungewöhnlich. Es passt einfach nicht zu Cornwall.

 

Roadtrip Cornwall

Inhaltsverzeichnis

FAQ – Was ihr über Cornwall wissen müsst

Teil 01: Anreise Dover, Ankommen in Rye
Teil 02: Seven Sisters
Teil 03: Durdle Door 
Teil 04: Exeter, Der Giant und ein Schloss
Teil 05: Dartmoor – Urlaubstraum
Teil 06: Whitecomb-in-the-Moor – Wandern und Biken und ein Grab

Teil 07: Lanhydrock Castle
Teil 08: Eden Projekt
Teil 09: Lost Garden of Heligan
Teil 10: Lizard Point – weiße Strände und Piratendörfer
Teil 11: Mont-Saint-Michel’s Bruder
Teil 12: Lands End meiden, besser Cape Cornwall wählen
Teil 13: Im Herzen Cornwalls

Teil 14: Minack Theatre: Kultur mit Blick aufs Meer genießen
Teil 15: Mousehole & St. Agnus & St. Ives
Teil 16: Die Ritter von Pendennis Castle
Teil 17: St. Agnes und die Wheal Coates
Teil 18: Trerice – Bedruthan Steps
Teil 19: Tintangel: Zu Besuch bei König Artus
Teil 20: Bodmin Moor
Teil 21: Stonehenge – Salisbury Cathedrale
Teil 22: Ein Schloss, wie aus dem Bilderbuch – Arundel Castle
Teil 23: Fazit und Tipps

Trips in DigiCamper

Folgt unserem Trip in DigiCamper Trips:
Dort könnt ihr den Trip übernehmen, oder einen eigenen Trip daraus machen.
In Maps übertragen und euch direkt navigieren lassen.

Jürgen Rode

Jürgen Rode

schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.

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