Diese Bücher begleiten uns:
Reiseführer
Bruckmann
Reise Know-How Reiseführer Rumänien: mit...
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Honigberg – und das Wiedersehen mit Isa und Dan
Wir kennen die Kirchenburg Honigberg seit 2019. Damals haben wir Isa und Dan zum ersten Mal getroffen — die Burghüter, die ihr Leben dem Erhalt dieser alten Anlage gewidmet haben. Der Artikel über sie auf womo.blog ist einer der meistgelesenen unserer Rumänienreihe: Rumänien – Der Liebe wegen: Honigberg
Sechs Jahre später stehen wir wieder im Pfarrhof. Isa und Dan sind noch da. Natürlich.
Sie erkennen uns sofort. Wir setzen uns zusammen. Isa erzählt vom neuen Kirchendach — 48.000 Dachziegel werden gebraucht, 30.000 alte haben sie schon gesammelt, von abgerissenen Häusern der Umgebung. Der Rest fehlt noch. Und die Genehmigungen, die Anträge, die Behördenwege — das alles kostet Zeit und Kraft und Nerven, die Isa und Dan lieber in die Burg selbst investieren würden.
Dann erklärt Isa etwas, das ich so noch nicht wusste: Der Kalk an der Mauer blättert nicht ab, weil er schlecht ist. Er löst sich mit dem Regenwasser auf und dringt in die kleinen Risse der Mauern — das dichtet ab. Das System funktioniert so seit Jahrhunderten. Alle paar Jahre muss neu gekalkt werden, dann sieht die Burg kurz verwittert aus — und erscheint dann wieder strahlend weiß.
Solche Gespräche passieren nur, wenn man bleibt. Und wenn man wiederkommt.
Unser Stellplatz: Im Pfarrgarten
Wir übernachten im Pfarrgarten der Gemeinde direkt an der Kirchenburg.
Dort wurde vor einigen Jahren ein Stellplatz eingerichtet und wir waren wohl die ersten, die es ausprobieren durften. Dank Isa und Dan ist das ein Ort der Ruhe mitten im Dorf geworden!
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Mehr InformationenRoute tracken und Sicherheit
🔵 Gut zu wissen: Trackiwi
Alle 6.063 Kilometer dieser Reise – jede Übernachtung, jede Höhe, jede Sehenswürdigkeit – haben wir mit Trackiwi aufgezeichnet. Ein kleines Gerät, irgendwo im Wohnmobil versteckt, an 12 Volt angeschlossen. Einmal angeschlossen, läuft es einfach. Per App steuerbar für iOS, Android und Webversion. 10% Rabatt mit dem Code WOMOBLOG auf die Hardware. Und auch als Alarmanlage nutzbar.
Das Kloster Kerz wurde 1202 als Tochterkloster gegründet und war das am weitesten südöstlich gelegene Zisterzienserkloster Europas. Die Mönche kamen auf Geheiß des ungarischen Königs — der brauchte jemanden, der das Sumpf- und Waldland urbar machte. Ganz der Ordensregel ora et labora verhaftet, legten die Mönche Sümpfe trocken, bestellten das Land und betrieben eine erfolgreiche Fischzucht. Ganze Siedlungen entstanden um das Kloster herum — darunter Honigberg, das wir gerade erst verlassen haben.
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Mehr InformationenWir haben Glück: Ein ehemaliger Pfarrer führt uns durch die Anlage. Er singt, dieser Mann — wirklich begnadet. Und er erzählt mit der Präzision von jemandem, der das hier sein ganzes Leben lang studiert hat. Von den Zisterziensern und ihrer Ordensregel. Von den Türkeneinfällen des 15. Jahrhunderts. Wie die Menschen sich aus dem Kloster in die Höhlen am Fluss retteten und dann lasen wir die Geschichte mit dem Speck.
Als die Türken kamen, flohen die Kerzer in den Wald und bauten eilig einen Wall aus Bäumen. Ihr Notproviant — in Siebenbürgen nennt man ihn Boflisch, also Speck — legten sie ebenfalls darauf. Die Türken zündeten den Wall an. Als der Speck zu brennen begann, stieg ein Geruch auf, den islamische Krieger als unrein mieden. Sie zogen ab.
Die Kerzer wurden durch ihre Lieblingsspeise gerettet.
Da das Kloster unbefestigt blieb, war es den Angriffen der Osmanen schutzlos ausgeliefert. Mitte des 15. Jahrhunderts brannte es aus und wurde Ende des 15. Jahrhunderts aufgelöst. Was blieb, ist eine romanisch-gotische Ruine, durch die der Wind geht — und der Chor der alten Klosterkirche, der heute noch für evangelische Gottesdienste genutzt wird.
🌈🚐⛰️ – Gut zu wissen: Kloster Kerz
Das Kloster Kerz (rumänisch Cârța, lateinisch Sancta Maria de candelis) liegt rund 35 Kilometer westlich von Hermannstadt, direkt an der Olt. Führungen auf Deutsch auf Anfrage. Neben der Klosterruine gibt es ein kleines Museum und einen Kiosk. Kontakt: +40 743 168 839. Kloster Kerz auf Google Maps
Vielleicht wundert ihr euch, dass ich nicht die gesamte Reise von Burgreisen beschreibe. Zum einen ändert sich das Programm von Jahr zu Jahr, zum anderen möchte ich natürlich Anca auch nicht ihr Geschäft vermiesen, wenn Leser hier glauben, all das selbst zu machen.
Ja, ihr könnt durch Rumänien fahren – wie wir das auch 2019 auf eigene Faust machten. Und ihr werdet viel erleben und schönes sehen. Aber ihr werdet nicht den Ofenbauer in Hermannstadt kennen, die Nonne in der Bucowina oder wie hier in Kerz den alten Pfarrer, der seinen Wissensschatz weiter gibt.
Daher habe ich einige der Highlights der Burgreisentour nur am Rande erwähnt.
Hermannstadt – alleine durch eine vertraute Stadt
In Hermannstadt trennt sich die Gruppe für einen Tag.
Jeder geht für sich. Keine Führung, kein Programm. Die Stadt kennen wir — 2019 war Christian Puscas unser Stadtführer, einer der besten, die wir je erlebt haben. Wer unseren damaligen Bericht lesen möchte: Rumänien – Hermannstadt
Heute laufen wir einfach. Großer Ring, Kleiner Ring, Lügnerbrücke, die schmalen Gässchen der Unterstadt. Straßencafés, Handwerksläden, Touristen aus aller Welt — Hermannstadt ist auf der Landkarte der europäischen Altstädte angekommen.
Zu Recht.
Lustig war diese Anekdote in der Stadtkirche Sfânta Maria direkt gegenüber der Brukenthal Schule:
Nadja und ich stehen in der Kirche und bewundern das Innere, als ein junger Mann an ihr vorbei geht und die großen Türen öffnet. Auf dem Rückweg kommt er wieder an uns vorbei und Nadja spricht ihn mit einer Frage auf Englisch an.
Da dreht er sich um und sagt in mit ein wenig erbostem Tonfall:
„Sie können erwarten, dass in einer deutschen Kirche in Siebenbürgen Deutsch gesprochen wird!“
Wir sind sprachlos.
Und dann fragt er, ob er uns die Kirche zeigen dürfe und wir bekommen eine Stunde lang eine Privatführung über die Kirche und die Geschichte Hermannstadts.
Ich sag es immer wieder: Rumänien ist wunderbar!
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🌈🚐⛰️ – Gut zu wissen: Hermannstadt (Sibiu)
Hermannstadt ist die Hauptstadt des Kreises Sibiu und eine der schönsten Altstädte Rumäniens. Wichtigste Sehenswürdigkeiten: Großer Ring (Piața Mare) mit dem Brukenthal-Museum, Kleiner Ring (Piața Mică) mit der Lügnerbrücke, evangelische Stadtpfarrkirche, das Viertel der Handwerkszünfte (Unterstadt). 2007 war Hermannstadt Europäische Kulturhauptstadt. Stadtführungen auf Deutsch buchbar über das Touristenbüro. Hermannstadt auf Google Maps
Der Abschlussabend in Sibiel
Ein kleines Dorf westlich von Hermannstadt. Camping Sibiel — ein familiärer Platz, gut gelegen, ruhig.
Aber dieser Abend ist nicht ruhig.
Anca hat für den letzten gemeinsamen Abend etwas Besonderes organisiert. Wir besuchen eine Dorfkirche — die Führerin spricht kein Deutsch, Adina aus unserer Gruppe übersetzt, und es entsteht genau das, was bei solchen Momenten entsteht: eine Stille, in der man versteht, warum diese alten Mauern noch stehen.
Dann geht es zu einer rumänischen Familie. Kein touristisches Programm. Echte Menschen öffnen ihr Haus.
Wir wissen nicht, was uns erwartet. Nur, dass wir Morgen auseinander gehen und eine tolle Zeit gemeinsam hatten.
Aus Fremden sind Freunde geworden und das wirkt noch lange nach, wir schreiben uns immer noch und haben schon einige wieder getroffen.
Dann geht es zu einer
rumänischen Familie. Kein touristisches Programm. Echte Menschen öffnen ihr
Haus. Wir werden herzlich begrüßt, es gibt zünftiges Essen aus der Region und wie immer reichlich und Suppe vorneweg und ein gigantische Leckerei am Ende.
Klarinette, Saxophon, Akkordeon. Zwei Musiker spielen. Der Hausherr und die Hausfrau tanzen und fordern uns auf mitzumachen. Ich hatte mir auf dem Weg dorthin einen Schäferhut gekauft — Schnapsidee. Im Nachhinein: die beste des Abends. Denn genau das führt dazu, dass die Hausfrau Nadja und mich heimlich in den ersten Stock bittet.
Der gigantische Gürtel fällt mir über die Hüfte.
Die Hausherrin bedeutet mir, dass ich zu wenig Bauch für einen Mann habe. Zu wenig Colistorol.
Wir lachen viel und dann geht es für uns zum Tanzen. Und natürlich machen wir mit.
Nicht als Show, sondern, weil wir dazu gehören. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben – wir fühlen uns aufgenommen und wie Freunde. Danke dafür!
Und im Grunde nur, weil ich den Schäferhut so schön fand und ihn mir kaufte. Nicht aus Gaudi, sondern als Andenken an das harte Leben der Menschen hier vor langer Zeit. Denn überall wo sie mit ihren Herden auf den Wiesen zu sehen waren, hatten diese Männer meinen Respekt.
Am nächsten Morgen: der Abschied. Die Gruppe trennt sich. In allen Autos sitzen heute die Frauen am Steuer. Die Männer sind noch nicht dazu in der Lage. Ein denkwürdiger Abschied, den wir alle noch lange in Erinnerung haben werden.
Zum Thema Gruppenreise haben wir übrigens einen eigenen Film gedreht. Schaut ihn euch an: youtu.be/V2U-apsljTM
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Weitere InformationenWeiter in Folge 11: Alleine durch Siebenbürgen — Weißkirch, Roma in Breitau, stille Tage in Motis und Wurmloch, der Tihuta-Pass und ein Zipfel Ukraine.
Donaudelta – Reisebericht
Inhaltsverzeichnis:
Donaudelta Roadtrip — alle Folgen:
· Einleitung: Alles was du vorab wissen musst
· Folge 01: Oradea – der Traum direkt hinter der Grenze
· Folge 02: Temeswar – wo Geschichte noch lebt
· Folge 03: Banat, Eisernes Tor und Kloster Horezu
· Folge 04: Bären, Berge und Königsgräber
· Folge 05: Bukarest – Ceaușescus Größenwahn hat ein Gesicht
· Folge 06: Konstanza, Festung Enisala und der Weg ins Delta
· Folge 07: Das Donaudelta – wenn Natur einen sprachlos macht
· Folge 08: Donaudelta – Pelikane, Wildpferde und chillen auf dem Hausboot
· Folge 09: Schlammvulkane,
Gipfelwind und freie Hunde
· Folge 10: Kirchenburgen,
Klosterruinen und ein unvergesslicher Abend
· Folge 11: Stille Tage, strickende Frauen und der letzte Deutsche im Dorf
Deutsche im Dorf
Jürgen Rode
schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.
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